Die Männer mit der Lupe

Gegen Ende der Journalismus-Woche durften wir die Zeitungs-Druckerei besuchen. Das war natürlich sehr interessant und eindrücklich, denn eine Zeitung ist nach Redaktionsschluss noch lange nicht fertig. Wenn die Zeitung auf den Computerbildschirmen in der Redaktion vollständig aufleuchtet, beginnt die Arbeit in der Druckerei. Es werden Druckplatten hergestellt, vier Stück für jede Seite. Warum man gerade vier Platten für nur eine Seite benötigt, ist schnell erklärt: Im (Zeitungs-)Druck arbeitet man für gewöhnlich mit den drei Farben Magenta (rot) , Yellow (gelb) und Cyan (blau) und der Unfarbe schwarz. Jede Platte druckt also später eine Farbe auf das Papier. Wenn man sich nun überlegt, dass eine Zeitung rund 40 Seiten hat – und pro Seite mindestens 2 Plattensätze benötigt werden pro Druck, dann sind das gut und gerne 320 Druckplatten und mehr, die für den Druck gebraucht werden.

Und mit diesen vielen Platten beginnen die Probleme, denn jetzt kommt der Faktor der Genauigkeit ins Spiel. Die vier Druckplatten müssen exakt übereinander zu liegen kommen, da sonst verschwommene Bilder und Texte enstehen. Bei unserer Führung trafen wir auch “die Männer mit der Lupe”. Sie überprüfen den Druck und können dann die Maschine so einstellen, dass die grossen Fehler zu Beginn des Druckes vermindert werden können. So nehmen tausende von Zeitungsexemplaren den Weg in den grossen Altpapiercontainer (oben) bis die Maschine einigermassen genau eingestellt ist. Es gibt aber auch jetzt immer noch kleinere und grössere Qualitätsmängel, die von den Prüfern nicht mehr behoben werden können. Da gilt es, das kleinere Übel von zweien zu wählen. Will man die ganze Platte verschieben, weil der Druck an einer Stelle der Seite nicht genau ist – und geht dabei das Risiko ein, dass durch diese Verschiebung die ganze restliche Seite dann wieder verschoben ist oder nimmt man diesen Fehler in Kauf, um den grösseren Teil der Seite qualitativ hochwertig zu drucken? Die Lupe brauchen die Prüfer übrigens kaum, sie sehen (kleine) Fehler auch mit blossem Auge.

Sind die Zeitungen dann gedruckt, werden sie noch zu Bündeln geschnürt und werden dann am nächsten Morgen von zahlreichen Zeitungsverträgern und Zeitungsverträgerinnen nach Hause zu den Abonennten gebracht.

Der Besuch der Druckerei war sehr interessant und gerade das Gespräch mit dem Druckprüfer war sehr bereichernd.

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