Schmitt, Eric-Emmanuel – Oscar et la dame rose

Inhalt: Oscar ist zehn, hat Leukämie, verabscheut seine Eltern und findet in Mamie-Rose, einer älteren, ehrenamtlich im Spital tätigen Dame, eine Ersatzgrossmutter. Als klar wird, dass er sterben wird, nehmen sich die beiden ein „Spiel“ vor: Oscar altert jeden Tag um zehn Jahre und schreibt jeweils einen Brief an Gott. An einen Gott, der Oscar bis anhin fremd war.

Stichworte: Religion – Gott – Lebensbewältigung – Leben und Tod

Erster Satz: Cher Dieu, Je m’appelle Oscar, j’ai dix ans, j’ai foutu le feu au chat, au chien, à la maison (je crois même que j’ai grillé les poissons rouges) et c’est la première lettre que je t’envoie parce que jusqu’ici, à cause de mes études, j’avais pas le temps.

Freie Übersetzung davon: Lieber Gott, ich heisse Oscar, bin zehn Jahre alt, habe die Katze, den Hund, das Haus angezündet (ich glaube, ich habe sogar die Goldfische verbrannt) und das ist der erste Brief, den ich dir schicke, da ich bis jetzt wegen meiner Studien keine Zeit dafür hatte.

+ Dieses Buch hat mich wirklich berührt. Die beiden Hauptpersonen, Oscar und Mamie-Rose, werden sehr bildlich beschrieben, ich kann sie förmlich sehen, wie sie beispielsweise zusammen im Park sitzen, während Mamie-Rose eine ihrer zahlreichen Anekdoten erzählt. Obwohl das Äussere der beiden nicht ausführlich beschrieben wird, sieht man in die Charaktere hinein. Diese Charaktere bleiben keineswegs flach! Auch die weiteren Personen werden kurz, aber wie ich finde, einprägsam beschrieben.
+ Das Spezielle an diesem Buch ist unweigerlich die Form, in welcher es geschrieben ist. Wir lesen Briefe an Gott mit, was gerade dadurch spannend wird, dass Oscar anfangs diesem christlichen Gott total fremd gegenübersteht und nach und nach mehr Einblicke in das Christentum erhält. Schmitt lässt also eine Betrachtung aus einer kindlichen, einfachen Perspektive zu und lässt uns dabei schmunzeln – aber auch nachdenken!
+ Die Handlung ist meiner Meinung nach flüssig, aber nicht überhastet. Sie ist „persönlich“ und wirklich sehr berührend. Schmitt bringt die Entwicklung, die die verschiedenen Charaktere durchmachen, gut heraus.

= Das Buch ist im Reclam Verlag erschienen und weist daher keine aussergwöhnliche Gestaltung auf. Vorne ist, soweit ich weiss, ein Ausschnitt der offiziellen Umschlagsillustration (der französischen Originalausgabe) abgedruckt.

– Ich kann mich nicht negativ zu diesem Buch äussern. Es hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es dreht sich in dem Buch vieles um Religion, um Gott und um die Thematik Leben und Tod – wer mit solchen Themen nichts anfangen kann, sollte das Buch besser nicht kaufen.

Fakten: Eric-Emmanuel Schmitt – Oscar et la dame rose – Reclam (Rote Reihe) – Roman – 2004 – ISBN 978 3 15 009128 9 – 119 Seiten (Mehr bei Amazon?) Das ist eine französische Ausgabe mit Vokabelangaben. Der deutsche Titel lautet Oskar und die Dame in rosa.

Das Buch habe ich im Französischunterricht gelesen und hatte damals ca. 5 Jahre Französisch-Unterricht – und es war schaffbar, das Buch zu lesen. Ich habe das Buch ein zweites Mal für meine Matura gelesen und hatte dieses Mal überhaupt keine Probleme mit der Sprache.

Empfehlung an: Leser, die sich gerne mit Religionsfragen, intelligenten Kinderfiguren und philosophischen Fragen auseinandersetzen.

Fazit: Ein sehr lesenswertes und bereicherndes Buch, welches mit viel Gefühl geschrieben wurde.

 

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