Plenzdorf, Ulrich: Die neuen Leiden des jungen W.

Vorwort: Früher oder später muss man sich als (Gymansiums-)Schüler fragen, welche Bücher man zur Matur/zum Abi lesen möchte. Nur – wie soll man wissen, ob man das Buch, welches man da auf die Liste schreibt, später auch einigermassen gerne lesen wird? Als Hilfestellung für alle Schüler, die vor solchen Fragen stehen und als Information für alle anderen Interessierten stelle ich in der Serie „Schullektüre XY“ verschiedene „Klassiker“ vor, welche öfters in der Schule gelesen werden.

Das Buch:

Titel: Die neuen Leiden des jungen W.
Autor: Ulrich Plenzdorf (*1934)
Verlag: Suhrkamp (978 3 518 36800 8)
Seiten: ca. 150 Seiten
Form: Prosa

Kurze Inhaltsangabe:

Der junge Edgar Wibeau bricht aus seiner gewohnten Umgebung aus und zieht nach Berlin. Dort lernt er Charlotte kennen, eine Kindergärtnerin, welche mit Dieter verlobt ist. Später geht Edgar auf den Bau, wo er die Idee zum Bau einer Maschine erhält. Beim Basteln daran verunglückt er tödlich. Die Geschichte beginnt mit Edgars Todesanzeigen, darauf folgen Dialoge zwischen den Verliebenen, welche immer wieder durch die Stimme des Toten (in der Ich-Perspektive) unterbrochen werden. Edgar erzählt uns also, wie es wirklich war – und das aus dem Jenseits.

Wichtige Prätexte:

Um dieses Buch wirklich lustig zu finden, muss man wahrscheinlich „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang Goethe gelesen haben. Es bietet sich also an, gleich beide Bücher als Abschlusslektüre zu wählen, da man sie gut miteinander verbinden und vergleichen kann. Keine Sorge, wer den Werther nicht so gerne mag, hat vielleich trotzdem Spass an den neuen Leiden des jungen W. – mir ging es jedenfalls so.

Meine Meinung:

Erst war ich dem Buch gegenüber sehr skeptisch eingestellt, da ich wie oben erwähnt, den Goethe-Werther gar nicht so gerne mochte. Ich muss aber sagen, dass Plenzdorfs Buch nicht einfach eine lahme Nacherzählung des Stoffes ist, sondern gewisse Textstellen daraus einfach in einen ganz neuen Zusammenhang stellt. Natürlich, gewisse Elemente der Erzählungen ähneln sich, z.B. dass in beiden Geschichten ein junger Mann eine etwas ältere, bereits verlobte bzw. verheiratete Frau liebt. Wie die beiden Männer jedoch damit umgehen, das ist anders gelöst.

Ansonsten finde ich es sehr interessant, dass man die Geschichte aus der Perspektive eines Toten sieht. Ich finde das sehr faszinierend und spannend. Es hat auch einen gewissen Humor.

Mit Goethes Werther im Hinterkopf ist die Handlung oft nicht sehr überraschend, bleibt aber trotzdem erfrischend (vielleicht auch durch die „Jugendsprache“?) und interessant. Bevor das Buch öde werden könnte, ist es auch schon fertig, es hat ja nur ca. 150 Seiten (in relativ grosser Schrift).

Fazit:

Ich kann das Buch in Kombination mit Goethes Werther als Lektüre empfehlen. Wie gesagt ist das Buch nicht allzu dick, dafür genug gehaltvoll, um als Maturlektüre gezählt zu werden. Am besten gleich beim Lesen die Parallelen und Unterschiede der beiden Bücher herausarbeiten, dann kann man sich diese Notizen vor der Prüfung nochmals kurz durchsehen.

Andere Meinung?

Da dieser Blogpost in erster Linie helfen soll, bin ich um jede (andere) Meinung zu dem Buch froh. Wenn du also eine andere Meinung zu dem Buch hast, schreib sie bitte in die Kommentarbox. Danke.

4 Gedanken zu “Plenzdorf, Ulrich: Die neuen Leiden des jungen W.

  1. Die neuen Leiden kenne ich nicht – bzw. habe sie ignoriert – aber ich fand den Original-Werther ziemlich gut. Der ging gut runter und war im Sommer auf der Wiese wirklich schnell durch🙂

    1. Und? Wie hat es dir gefallen? („Schlafes Bruder“ kenne ich gar nicht…#fail das ist wohl wieder mal so eine Wissenslücke…)

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