Lane, Andrew – Young Sherlock Holmes

„Als Matthew Arnatt das erste Mal der Todeswolke begegnete, kam sie aus einem Fenster im ersten Stock geschwebt.“¹ Da wusste er noch nicht, dass dieses Phänomen ihm einen neuen Freund und jede Menge Abenteuer bescheren würde. Dieser Freund sollte Sherlock Holmes sein – und natürlich würde ebendieser Sherlock mit ihm dem Mysterium der Todeswolke nachgehen. So machen sich die beiden Teenager Matthew und Sherlock auf, um herauszufinden, warum plötzlich Menschen (vermeintlich?) an riesigen, roten Pusteln auf dem ganzen Körper, sterben. Dabei geraten sie in eine grössere krumme Sache rein, welche aus dem unschuldigen Ermittlen plötzlich ein Kampf um Leben und Tod entstehen lässt.

Das Buch von Andrew Lane hat mich auf der BloggdeinBuch-Homepage sofort angesprochen, da ich die Geschichten um den Meisterdetektiven Sherlock Holmes und dessen Compagnion Watson neu für mich entdeckt habe – vor allem durch die BBC-Serie „Sherlock“. Gerade auch durch die Serie bin ich verschiedenen (modernen) Umsetzungen des Stoffes durchaus wohl gesinnt und habe mich sehr auf das Buch gefreut – die BBC-Serie transportiert Sir Arthur Conan Doyles Geschichten ins 21. Jahrhundert und Andrew Lane lässt uns in die Jugend des genialen Masterminds sehen.

Ich hatte zwar meine Zweifel, ob Lane an die Qualität und die Unterhaltsamkeit der Originalgeschichten oder der BBC-Serie herankommen würde, durfte aber erfreut feststellen, dass ich die Geschichte gar nicht so schlecht finde. Ab und zu scheinen spätere Charaktereigenschaften Sherlock Holmes bereits durch, was immer wieder ein Schmunzeln auf mein Gesicht zauberte. Ausserdem ist die Figur des Lehrers von Sherlock äusserst interessant, da es so scheint, als habe gerade dieser Tutor grossen Einfluss auf den Jungen gehabt – und ihn so stark geprägt, gefördert und gefordert hat, dass er später zu jenem Meisterdetektiv wurde, den wir heute kennen und lieben.

Die Geschichte an sich ist eher noch eine klassische Detektivgeschichte wie sie etwa Edgar Allan Poe ebenfalls schrieb: Ein Verbrechen geschieht und danach wird ermittelt. Somit steht Lane in einem Gegensatz zu vielen Geschichten Doyles, welche damit beginnen, dass Sherlock Holmes konsultiert wird und danach ein (weiteres) Verbrechen verhindert. Dieser Aspekt kommt jedoch nach und nach auch in Lanes Geschichte, als sich das Täterfeld ausweitet und die Tode in einen grösseren Kontext gestellt werden. Somit vermittelt Lane zwischen diesen beiden Kriminalgeschichtstraditionen, was besonders interessant ist, da sich die Geschichte ja eigentlich gerade damit beschäftigt, wie Sherlock Holmes zu einer neuen Generation von Ermittlern heranwächst. Well done, mister Lane!🙂

Wie oben bereits angesprochen, werden einige Charaktere stark gezeichnet; dabei handelt es sich vor allem um Sherlock Holmes selbst und um dessen Privatlehrer. Andere Charaktere bleiben relativ einseitig, wobei man sich alle relativ bildlich vorstellen kann.

Das Buch hat mir im Allgemeinen gut gefallen. Die Geschichte war meistens sehr spannend, es gab aber auch einige wenige Längen. Meine Phaszination für alles, was mit Sherlock Holmes zu tun hat, hat aber auch eher „langweilige“ Stellen für mich interessant gemacht. Ich bin relativ überrascht, wie gut mir der Charakter des jungen Sherlock Holmes gefällt, welcher noch nicht so perfekt ist, wie er später in Doyles Geschichten auftritt, sondern noch im Begriff ist, zu lernen und die Fähigkeiten seines Geistes erst zu entdecken. Ich werde mir wohl die weiteren Bände irgendwann mal anschauen, dann aber wohl in Englisch, was der Geschichte noch einmal mehr Drive verleihen könnte. Das ist aber eine Mutmassung. An sich ist die Übersetzung gut zu lesen.

Sehr gut gefallen hat mir die Gestaltung des Taschenbuches. Auf dem Buchdeckel ist die Schrift „Young Sherlock Holmes“ hervorgehoben. Das Innere des Buches ist schlicht und einheitlich gestaltet.

Fakten: 
Autor: Andrew Lane
Übersetzung aus dem Englischen: Christian Dreller
Verlag: FJB (Homepage)
Jahr: 2012
Genre: Jugendbuch, Krimi
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Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Fischer Verlag (FJB) und BloggdeinBuch zur Rezension zur Verfügung gestellt.
Ich gebe dem Buch 4 von 5 Sternen.

¹Das Zitat ist der erste Satz des Buches.

3 Gedanken zu “Lane, Andrew – Young Sherlock Holmes

  1. Sherlock Holmes ist ja so gar nicht mein Fall … da kenn ich mich wenig aus und es interessiert mich auch nur mäßig – ich gebe es zu.
    Aber ich glaube, Dani hat mir letztens von dem Buch erzählt und deine Rezension find ich auch nett geschrieben🙂

    1. Ganz ehrlich? Bevor die BBC Serie mich nicht so ganz und gar gepackt hat, konnte ich auch nicht viel mit den Originalstories anfangen. Ich habs dann nochmal versucht und fand sie total toll. ^^ Das Buch hier würde ich nur empfehlen, wenn man einige der Orginalgeschichten kennt – sonst ists wahrscheinlich nicht so spannend…

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