Zufallsmusikgeschichten #2: La haulte bourgogne

Nachdem ich in der ersten Zufallsmusikgeschichte auf meine CD-Sammlung zurückgriff, durfte dieses Mal der iTunes-DJ über das Zufallslied entscheiden. Das Glück fiel auf ein Lied aus der Renaissance, das da „La haulte bourgogne“ heisst und dessen Komponist unbekannt ist. Das ist – meines Wissens nach – gar nicht so untypisch für Renaissancestücke und noch ältere Werke – der Gedanke von Urhebertum und Autorenschaft etablierte sich erst später. Allen oder den meisten Renaissancestücken gleich ist jedoch, dass sie wunderschön sind. Meiner Meinung nach.

Meine Liebe zur Renaissancemusik, meine Begeisterung für Museen und mein Interesse zur Geschichte wurden alle an demselben Ort geweckt: An der grossen Ausstellung zu Karl dem Kühnen im Bernischen Historischen Museum anno 2008. Ich wurde hineingesogen in eine spannende Welt des Museums: Mit dem Audioguide wurde mir etwas auf die Ohren gegeben (der Audioguide war überdies mit toller Renaissancemusik unterlegt), die tollen Ausstellungsobjekte und der Aufbau der Exhibition versorgten meinen Sehsinn zur Genüge und die Schauritterkämpfe draussen, vor mir, die ich auf der Tribüne Platz genommen hatte, liessen mich in eine andere Welt eintauchen. Ich war gefangen. Und nicht unglücklich darüber.😉

Mein Vater kaufte im Museumsshop eine CD, welche in Kooperation mit DRS2 (der ‚Kultursender‘) und in Hinblick auf die laufende Ausstellung konzipiert worden war. Darauf findet sich auch „La haulte bourgogne“. Ich liebe diese Musik, mit den Blasinstrumenten und/oder den Vokalensembles; die Harmonien, die in einander fliessen, immer weiter, grösser werdend, einem eine Welt im Kopf öffnend.

Leider konnte ich „La haulte bourgogne“ auf dem Internet nirgends finden, was sehr schade ist. Ich hoffe, dass euch wenigstens die Geschichte dazu gefallen hat.

Was sind Zufallsmusikgeschichten? In unregelmässigen Blogposts möchte ich per Zufall ein Lied aus meiner Sammlung herauspicken und mit euch teilen. Wenn es eine schöne Geschichte dazu gibt, dann erzähle ich diese gerne ebenfalls. So entstehen die Zufallsmusikgeschichten. Zufällige Songs und meine eigenen Hörgeschichten dazu.

2 Gedanken zu “Zufallsmusikgeschichten #2: La haulte bourgogne

  1. In der Renaissance kam die Sache mit Urheberrecht bzw. erhöhter Wichtigkeit der Künstler so gerade auf. Wie das im Bereich Musik war, weiß ich zwar nicht, aber in der Kunst und Literatur haben sich die Künstler als Individuen dann schon wichtiger genommen. Das lag natürlich auch daran, dass z.B. Bilder nicht zwingend für die Kirche gemalt wurden, sondern an Privatleute gingen usw.

    Auch wenn ich das Lied nicht kenne, fand ich die Geschichte trotzdem schön🙂

    1. Doch, auch im Bereich der Musik war das so. Einige der Stücke auf der CD konnten auch bestimmten „Komponisten“ (wie bspw. Guillaume Dufay oder sogar Karl dem Kühnen selbst) zugeordnet werden, aber es gibt eben auch noch vermehrt Stücke, deren Urheber unbekannt sind.

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