The Making of Harry Potter

Eine der diversen Infotafeln am "Set".
Eine der diversen Infotafeln am „Set“.

Was? Warner Bros. Studio Tour London: The Making of Harry Potter (Harry Potter Studio Tour)
Wo? Warner Bros Studios in der Nähe von Watford Junction, England
Wann?  Ich habe die Tour im Januar 2013 besucht.
Wie viel? Erwachsene: 29 Pfund (umgerechnet ca. 45 Franken, bzw. 35 Euro) Audio Guide? Gibt es, habe ich jedoch nicht ausprobiert.
Homepage? http://www.wbstudiotour.co.uk/de

Meine Erwartungen: Als grosser Harry-Potter-Fan waren meine Erwartungen an die Harry-Potter-Studio-Tour natürlich riesig – vor allem, nachdem ich den epischen Trailer auf der Homepage gesehen hatte: Endlich würde ich – ganz echt, und nicht im Internet (wie z.B. auf Pottermore oder Zauberhogwarts) – Teil der Zauberschule werden, die mich seit meiner Kindheit fasziniert, ja, mehr noch: Teil dieser Zaubererwelt. Zu den hohen Erwartungen gesellten sich aber schon vor dem Kauf der Eintrittstickets einige Bedenken: Dass alles abgesperrt sein würde, dass man nichts anfassen könnte und dass alles viel zu teuer sein würde.

Erster Eindruck: Mein erster Eindruck war zugegebenermassen nicht sehr gut: Als wir am Bahnhof ankamen, fuhr uns der Shuttlebus direkt vor unserer Nase weg und wir mussten ca. 20 Minuten auf den nächsten warten. Nicht sehr freundlich. Das wäre ja eigentlich nicht so wahnsinnig schlimm, macht aber auch einfach keinen guten ersten Eindruck. Die Höhe fand ich dann, dass die Fahrt mit dem Shuttlebus 2 Pfund kostet (hin und zurück). Das mag wenig sein; in Anbetracht des sehr hohen Eintrittspreises von 29 Pfund hätte der Shuttlebusdienst jedoch auch gratis angeboten werden können.

Das Museum

The Making of Harry Potter ist in den Warner Bros. Studios in Watfrod Junction einwuartiert. Wir sind mit dem Zug von London nach Watford Junction gefahren und haben dann den Shuttlebus vom Bahnhof zu den Studios genommen. Die Fahrt damit dauert zwischen 10 und 15 Minuten und kostet 2 Pfund extra (darin inbegriffen ist der Rückweg von den Studios zum Bahnhof). Es gibt auch Parkplätze direkt bei den Studios. Diese sind nicht überdacht.

Einer der 15 versteckten Schnätze. Wir haben übrigens alle bis auf einen gefunden.
Einer der 15 versteckten Schnätze. Wir haben übrigens alle bis auf einen gefunden.

Ausstellung

Die Ausstellung führt durch zwei Gebäude und einen Aussenhof und dauert zwischen ca. zweieinhalb bis vier Stunden, je nachdem, wie schnell man durchgehen möchte. Geführt sind nur die ersten paar Räume der Ausstellung (Mini-Kino, Kino, Grosse Halle). Soweit ich weiss wird die Tour nur in Englisch angeboten, es kann jedoch ein Audioguide in der eigenen Sprache gemietet werden. Damit habe ich aber keine Erfahrung.🙂

Tickets muss man übrigens online bestellt und bezahlt werden. Wenn man bei den Studios ankommt, kann man diese am Schalter oder am Automaten abholen. (Beim Automaten steht zusätzlich eine helfende Mitarbeiterin.) Wer Zugtickets in England am Automat rauslassen kann, wird es auch schaffen, sein Ticket rauszulassen. Versprochen. =D

+ Was mir gleich zu Beginn auffiel: Musik! Und zwar durchgehend! Ich fand es sehr schön, mit dem Harry-Potter-Theme begrüsst zu werden – das bringt schon Mal die richtige Stimmung. Nachteil: Nach gut drei Stunden war die Ruhe im Zug sehr angenehm.😉

+ Was mir gut gefallen hat, ist, dass es eine kostenlose Garderobe gibt; man aber auch alles, was man möchte, mit in die Ausstellung mitnehmen kann.

+ Es gibt immer Mal wieder Sitzgelegenheiten, man darf an den meisten Orten fotografieren und alles mitnehmen, was man will (siehe auch: Personal).

Highlights sind die Winkelgasse und das Hogwarts-Modell, das einen eigenen Raum füllt. Dort gibt es auch sehr emotionale Musik. Berührend.🙂

= Als wir gerade in der Ausstellung waren, betrat eine Horde Kinder (Schulklasse) den Raum, von der jedes Kind ein kleines Büchlein in der Hand hielt. Als ich bei einem der Mitarbeiter nachfragte, was das sei (und was es mit den überall versteckten Schnätzen auf sich habe), erklärte er mir, dass seien sogenannte Passports und diese sollen den Kindern den Aufenthalt etwas spannender machen: Man kann an verschiedenen Orten die Passports stempeln und auf einer Liste alle gefundenen Schnätze abkreuzen. Wir fragten dann den Mitarbeiter, ob wir auch so einen haben könnten und erhielten sofort einen. Auch wenn ich es toll finde, dass wir sofort einen (gratis sogar!) erhielten, finde ich, dass man die Passports gleich beim Eingang verteilen könnte – denn Hardcorefans wollen doch sowieso einen.😉 Wir waren dann ganz zufrieden mit dem Schnätzesuchen und Abstempeln und fühlten uns sehr kindisch – aber glücklich.  (Und wir waren nicht die einzigen…) =D Mein Tipp also: Einfach einen der Staff-Members um einen Kinder-Passport bitten.🙂

= Wenn man keinen Audioguide kauft, gibt es ausser den sporadischen (aber dennoch interessanten) Informationen auf den Tafeln (s. Abb. oben) wenig Informationen. Aber wirklich viel ausgemacht hat das uns nicht – wir waren ja fleissig am Schnätze-Suchen.🙂

minus

– Ein absolutes Minus war für mich, dass sämtliche Ausstellungsstücke (Kostüme, Filmsets, Requisiten) abgesperrt waren und man nicht wirklich die Räume betreten konnte – so hiess es bereits anfangs Teppich des Gryffindor-Commonrooms Halt zu machen und Dumbledores Büro konnte man nur von der untersten Stufe her betrachten. Sehr schade. Ich hatte wirklich erwartet, dass man die Räume richtig betreten kann. Klar war mir bewusst, dass man keine Originalkostüme oder so anfassen dürfen würde, aber ich hätte doch erwartet, dass es einige Dinge gibt, die man anfassen darf oder ein oder zwei Räume, deren Absperrungen sich auf Tische mit Artefakten usw. beschränkt hätten. Richtig Teil der Zauberwelt wird man nur in der Winkelgasse – dort sind nämlich die Absperrungen links und rechts vor den Geschäften, man kann aber der Strasse entlang gehen. (Dementsprechend bin ich beinahe ausgeflippt, als wir die Winkelgasse betraten. Aber das dürfte den geschätzen Leser wenig interessieren…)

– Blöd fand ich auch, dass die „Refreshments“ (die Verpflegung innerhalb der Ausstellung) draussen im Kalten waren und extra kosteten. Dazu aber mehr unter Cafeteria.

Die tierischsten Darsteller der Filme
Die tierischsten Darsteller der Filme

Personal

plus+ Die Leute in den Studios waren durchgehend alle sehr freundlich und zuvorkommend.

+ An der Garderobe wurde uns gesagt, dass der Verpflegungsteil der Ausstellung draussen sein würde und dass wir unsere Jacken mitnehmen sollten. Dass die Leute da mitdachten, fand ich schön.

+ Wenn man während der Tour eine Frage hat, kann man jederzeit eine oder einen der Mitarbeitenden fragen und erhält eine sehr freundliche (und manchmal auch enthusiastische) Antwort. Ob die Angestellten auch Fremdsprachen beherrschen, weiss ich nicht.

Toiletten

Die Toiletten waren sauber, aber sehr lieblos eingerichtet. Ich hatte ehrlich gesagt erwartet, dass sie dem Thema entsprechend gestaltet sein würden, hatte mich aber getäuscht. Es waren ganz normale Klos.😉 Da ist wohl das Fanfieber mit mir durchgegangen – schliesslich befindet sich die Ausstellung ja nicht in Hogwarts, sondern in den Studios.😉

Cafeteria

minusBevor man die Ausstellung betritt, hat man zwei Möglichkeiten zur Verpflegung: Einerseits gibt es einen kleinen Starbucks und andererseits eine Kantine, in der Plakate aus anderen Warner Bros.-Produktionen aufgehängt sind. Das fand ich etwas schade, da es die Gestaltung des ganzen Gebäudes unterbrach. Ausprobiert habe ich keine der beiden Optionen, beim kurzen Überschweifen der Preise in der Kantine kann ich aber sagen, dass es bezahlbar ist.

Während der Tour hat man im Aussenbereich die Möglichkeit, sich mit Starbuckskaffe oder – natürlich vieeeel toller – mit Butterbeer einzudecken. Das Butterbier ist natürlich wieder Mal völlig überteuert und – natürlich – nicht im Eintrittspreis enthalten. Trotzdem musste ich es probieren und war überrascht. Ich mochte es ganz gerne. Schade finde ich aber, dass es nur kaltes Butterbier gibt – eigentlich sollten sie warmes anbieten, vor allem in den Wintermonaten: Denn es wird ziemlich schnell kalt draussen an den Tischen. Im Sommer ist es sicher schön, sich draussen etwas von den ganzen Eindrücken des ersten Tourteils zu erholen, im Winter kann von Erholung bei eisiger Kälte aber nicht die Rede sein. Im Innern gibt es bis zum Ende der Tour keine weiteren Verpflegungsmöglichkeiten. Eher suboptimal, also.

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Die Winkelgasse. Mit Absperrung. Und schwarzen Figuren.😉

Museumsshop

Ahhhh, ja! Der Museumsshop. Für die Produzenten der Tour wohl das Herzstück der Ausstellung.😉 Hat man seine Tour nämlich beendet, landet man direkt im Shop. Und dieser bietet einiges: Kleidung in den verschiedenen Hausfarben und -designs, allerhand Merchandise mit dazu, Erinnermichs, Schreibwaren, Postkarten (je 95 Pennies das Stück), Schmuck, Zauberstäbe […] und Süssigkeiten!🙂 Leider ist vieles sehr, sehr teuer (und kommt trotzdem aus China oder ist einfach sonst schlecht verarbeitet). Ich hatte je länger ich im Shop war, desto mehr das Gefühl, dass hier Ramsch für ein Vermögen verkauft wurde. Was für einen Grossteil des Sortiments bestimmt auch stimmt.

Trotzdem fand ich es ganz wunderbar, durch den Laden zu stöbern und die ganzen vielen Dinge anzugaffen, die ich gerne hätte. Schlussendlich nahm ich einige (überteuerte?) Postkarten, Pfefferminzkröten (schwarze Schokolade mit Pfefferminzgeschmack) und einen Schokoladenfrosch (für eine Freundin) mit. Letzteren zum exorbitanten Preis von umgerechnet rund 12 Franken (= ca. 10 Euro). Ihr seht selbst – gross einkaufen kann man nicht, ausser man hat viel Geld. Das trifft auf mich leider nicht zu.

Toll an den ganzen Sachen ist, dass sie wirklich ausschauen wie aus dem Film (also z.B. die Süssigkeiten oder die Gimmicks wie Erinnermichs). Weniger toll ist, dass vieles schlecht verarbeitet ist und wie gesagt viel zu teuer verkauft wird. Immerhin erhält man – wenn man Glück hat – eine Papiertragetasche mit Dobby drauf (wenn man Pech hat eine langweilige schwarze Plastiktüte ohne Dobby).

Fazit

Man bezahlt viel Geld für den Eintritt, um nichts anfassen zu dürfen und um noch mehr Geld bei den „Refreshments“ und im Shop auszugeben. Ach, das klingt jetzt wahnsinnig enttäuscht, was ich eigentlich gar nicht bin – als grosser Harry-Potter-Fan bin ich froh, die Tour gemacht zu haben und es war auf jeden Fall bereichernd: Man sieht viele Details, die man in den Filmen nicht sieht, man wird eingelullt von Pottermusik und der Gewissheit, mit ganz vielen anderen Fans in einem Raum zu sein.😉 Ich finde halt nur, dass das ganze Erlebnis für weniger Geld zu haben sein müsste. Und wenn der Shop nicht so überteuert wäre, hätte ich auch mehr mitgenommen.

Wo ich den Eindruck hatte, dass die Mitarbeiter hochmotiviert sind und Freude haben, hatte ich auch den Eindruck oder vielmehr den Verdacht, dass die Macher hinter der Tour weniger Fanherz als Finanzherz gezeigt haben. Aber das ist ein schwerer Vorwurf und sollte vielleicht nicht allzu ernst genommen werden. Meiner Meinung nach sind die Zeiten von Museen, in denen man nichts anfassen darf einfach vorbei. Schade, dass sie das bei Warner Bros. noch anders sehen.

  glubirne glubirnenope glubirnenope

2 Gedanken zu “The Making of Harry Potter


  1. Die Ausstellungssachen waren soooo toooooll.
    Bezüglich Erfrischungen/ Butterbier (das ich wahrscheinlich gar nicht probiert hätte, hätte mein Freund sich nicht eins genommen – immerhin mag ich weder Butter noch Bier😄 -, das dann aber doch sehr schmeckte) bin ich ja froh, im Sommer und bei recht gutem Wetter dort gewesen zu sein!
    Die schwarzen Figuren im Winkelgassenbild haben was von Dementoren. ô.o
    Hätte ich auch mal nach einem Pass gefragt, aber ich dachte mir, hm, nur für Kinder, naja… Außerdem waren mir die freundlichen Mitarbeiter ein wenig unsympathischer (wofür zumindest die anderen ja eigentlich nichts können), nachdem diejenige, die uns durch die Große Halle führte, begeistert rief (auf Englisch): "Und hier das Wappentier der Ravenclaws… ein RABE!" (Mal abgesehen von dem doofen Raben-Merchandise. Ich hätte mir wohl wirklich was genehmigt, aber doch nur mit 'nem Adler! Und die einzigen ein, zwei Dinge, auf denen tatsächlich doch aus irgendeinem Grund ein Adler war, waren blöd.)
    Und naja, nun sollen die Studios auch wieder umgebaut werden, um sie nicht nur auf die Potter-Filme zu konzentrieren, sondern auch andere Produktionen zu inkludieren, vielleicht waren die Poster ein Anfang dafür… Grad deswegen wollte ich unbedingt noch vorher rein, um ja nichts Pottereskes zu verpassen zugunsten von irgendeinem anderen Film. (:

    1. Bezüglich des Personals könnte ich mir vorstellen, dass sie da noch Änderungen vorgenommen haben seitdem du dort warst? Ich hatte das Gefühl, dass überall regelrechte Harry-Potter-Experten vor Ort waren.

      Und ich fände es trotz allem sehr schad, würde das Studio auf Kosten von HP ‚ausgebaut‘ werden. Aber das müssen sie selber wissen. Sollte ich mal im Lotto gewinnen, bau ich mir sowieso mein eigenes Hogwarts.😉

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