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May Ira be the new Amy?

iramay

Morgen früh in einem schweizer Dorf: Eine kleine Person mit verwuschelten Haaren und erst halb offenen Augen entsteigt dem Bett, schafft es in aller frühmorgendlichen Ungeschicktheit gerade noch, das Radio anzustellen und ist dann plötzlich hellwach. Da singt Amy, Amy Winehouse, im Radio, so, wie man sie früher kannte und mochte, noch ein wenig jazzig, noch ein wenig unschuldiger und kurviger als später und, vor allem, noch weniger mit Drogen und Alkohohl zugepumpt; damals; der Sound trägt mich zurück in eine Zeit, in der ich mir zum ersten Mal Amys Album Frank angehört habe. Nur der Song passt nicht.

I remember sneaking in
When everybody else was sleeping

Für einen Moment frage ich mich, ob irgendwer irgendwo noch eine alte Aufnahme von Amy Winehouse hervorgeholt hat – dann höre ich, dass da etwas anderes in der Stimme der Sängerin mitschwingt. Auch wenn weiche Konsonanteneinsätze künstlerisch-sinnlich und lasziv verzogen werden, wenn die Stimme an anderen Stellen dicht und leicht nasal klingt – ist sie durchwegs lieblicher und weniger geradlinig als die von Amy, trotzdem kontrollierter und der Song bedachter performt.

We played such a foolish game
In the end I’m the one to blame

Rätselnd stehe ich also vor dem Radio, Amy kann es nicht sein – wer ist es dann? Und dann erlöst die Radiosprecherin mich von meiner Verwirrung: Ira May, eine junge Sängerin aus dem basellandschaftlichen Kanton der Schweiz hat mich aufgeweckt und musikalisch herausgefordert.

1 I walked by your house today
2 And I wondered
3 Have you been in? (?)
4 I remember sneaking in
5 When everybody else was sleeping

6 I used to think „I’m gonna be the one“
7 I used to think „I’m gonna be the one to end it.“
8 But life taught/told (?) me better
9 Never to get used to what we had/have (?), what we had.

10 So forgive me
11 If I have taken you for granted
12 I couldn’t imagine you’d let me go like that

13 I’m not heart-broken (?)
14 But I feel cold (?), I feel lost
15 I didn’t realize how much it would cost
16 How much it would cost to let you go

17 We played such a foolish game
18 In the end I’m the one to blame
19 I lied to you, I lied to myself and now
20 It’s too late to turn it around.

Wiederholung der Zeilen 6 bis 16.

1 Ich bin heute an deinem Haus vorbei gegangen 2 und habe mich gefragt 3 ob du wohl drin gewesen bist. 4 Ich habe mich daran erinnert, wie ich hineingeschlichen bin 5 während alle anderen geschlafen haben.

6 Ich dachte mal: „Ich werde diejenige sein“, 7 ich dachte mal: „Ich werde diejenige sein, die Schluss machen wird.“ 8 Aber das Leben hat mich eines besseren belehrt; 9 nämlich, dass man sich nicht allzu sehr an das gewöhnen darf, was wir zusammen hatten.

10 Also verzeih mir bitte, 11 dass ich dich als selbstverständlich genommen habe; 12 (aber) ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass du mich so einfach gehen lässt.

13 Ich habe kein gebrochenes Herz, 14 aber ich fühle mich kalt und verloren. 15 Mir ist nicht bewusst gewesen, 16 wie viel es kosten würde, dich gehen zu lassen.

17 Wir haben ein solch dummes Spiel gespielt 18 und im Endeffekt bin ich Schuld an allem: 19 Ich habe dich belogen, ich habe mich selbst belogen und jetzt 20 ist es zu spät, um das Steuer noch herumzureissen.

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Zufallsmusikgeschichten #1: Gratias KV 427

Dies ist eine Momentaufnahme: Ich bin 19 Jahre alt, meine erste eigene CD war Anastacias Album anastacia und momentan besitze ich um die 70 CDs. Ich bin ein Musikmensch durch und durch, kaufe mir immer noch CDs anstelle von Musikdownloads und habe einen uralten MP3-Player mit nur 2 GB Speicherplatz, welcher dauernd überfüllt ist. Aber – kenne ich wirklich alle Lieder in meiner Sammlung? Nein, ich gebe es gerne zu, das tu ich nicht. Aber zu ganz vielen Liedern gibt es eine Geschichte, eine Hörgeschichte, eine ganz persönliche Musikgeschichte. In unregelmässigen Blogposts möchte ich per Zufall ein Lied aus meiner Sammlung herauspicken und mit euch teilen. Und ja – wenn es eine schöne Geschichte dazu gibt, dann erzähle ich diese gerne ebenfalls. Viel Spass.

Heute habe ich aus meiner CD-Sammlung eine Aufnahme der Grossen Messe in c-moll (KV 427) von Wolfgang Amadeus Mozart gezogen. Der Zufallsgenerator hat die Nummer 4 – das Gratias – bestummen. Die c-moll-Messe habe ich im Schulchor gesungen und die Aufnahme ist von einem unserer Konzerte. Ich mochte das Projekt damals sehr gerne, Mozart ist für Chöre ja eine eher dankbare Aufgabe. Ich hatte jedenfalls grossen Spass an dem Werk.

Natürlich gleicht es einer Vergewaltigung, hier nur einen Teil der Messe sich anzuhören, aber man gewinnt doch einen ersten Eindruck. Man dürfte aber die ganze Messe auf YouTube finden. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir die c-moll-Messe schon sehr lange nicht mehr angehört habe. In der Zwischenzeit konnte Mozarts Reqiuem mein Herz erobern und ich höre mir meistens dieses an, wenn ich Mozart hören möchte. Kennt ihr die c-moll-Messe? Oder das Reqiuem? Und wie gefällt es euch?