Brunett, Frances Hodgson: The Secret Garden (Der geheime Garten)

Vorwort: Früher oder später muss man sich als (Gymansiums-)Schüler fragen, welche Bücher man zur Matur/zum Abi lesen möchte. Nur – wie soll man wissen, ob man das Buch, welches man da auf die Liste schreibt, später auch einigermassen gerne lesen wird? Als Hilfestellung für alle Schüler, die vor solchen Fragen stehen und als Information für alle anderen Interessierten stelle ich in der Serie „Schullektüre XY“ verschiedene „Klassiker“ vor, welche öfters in der oder ‘für’ die Schule gelesen werden. Dabei werden auch fremdsprachige, dabei vor allem englischsprachige, Bücher besprochen.

thesecretgardenDas Buch (meine Ausgabe)

Titel: The Secret Garden
Autor: Frances Hodgson Burnett (1849-1924)
Verlag:  W. W. Norton & Company (978 0 393 92635 4)
Seiten: Eigentliche Geschichte: 173 Seiten, ganzes Buch mit Hintergrundinformationen und kritischen Essays: 452 Seiten
Form: Prosa

Kurze Inhaltsangabe

Mary Lennox wächst im fernen Indien auf, wird jedoch im Alter von 10 Jahren nach England geschickt, nachdem ihre Eltern durch die Pest ums Leben gekommen sind. Sie kommt dort als kränklich aussehendes und selbstsüchtiges Kind an und wird vorerst über weite Strecken sich selbst überlassen. So kommt es, dass sie den Eingang zu einem lange verschlossenen Garten findet, wo nicht nur viele Geheimnisse der Gartenkunst auf sie warten, sondern auch viele charakterverändernde Ereignisse. Beim Gärtnern zur Seite steht ihr der Junge Dickon, mithilfe wessen sie Colin, der Sohn ihres englischen Onkels, bei dem Mary untergebracht wurde, gesund ‘pflegt’ – auf eine ganz eigene, kindliche und im wahrsten Sinne ‘bezaubernde’ Art und Weise.

Themen

  • Garten, abgeschlossener Raum, geheimer Raum
  • Kindheit und Charakterentwicklung
  • Gesundheit und deren Verbindung zur Natur
  • Gegensatz von Kolonie (Indien) und England
  • Natur, Tiere und deren Machenschaften

Wichtige Prätexte und Vorwissen

Das Buch ist ein Kinderbuch und ist deshalb, wie die meisten Kinderbücher meiner Meinung nach, sehr vielschichtig, sprich: Wie viele Anspielungen oder Interpretationsrichtungen man als Leser mitbekommt, hängt vom eigenen Vorwissen ab. Ich wage jedoch zu behaupten, dass man das Buch durchaus gut verstehen und auch interpretieren kann, ohne vorher andere Texte konsultiert zu haben. Gerade für den Schulunterricht bietet sich das Buch durchaus an, da nahe am Text eine Interpretation erarbeitet werden kann.

Meine Meinung

An sich liest sich das Buch relativ gut und flüssig, es hat meiner Meinung nach aber auch seine Längen. Das könnte die Lektüre des Buches etwas mühsam machen. Dafür ist das Buch von der textlichen Länge her eigentlich perfekt für eine Abschlussprüfungslektüreliste, weil es auf jeden Fall genug lang ist, um den Richtlinien der Prüfung zu genügen aber gleichzeitig nicht zu lange ist, um beim Lernen auf andere Prüfungen gelesen werden zu können. Ausserdem lädt die Themenvielfalt im Bereich Natur und Garten zu einer Vertiefung in einem dieser Themen ein.

Vom Englisch her ist die Lektüre von The Secret Garden eher etwas für fortgeschrittenere Lerner: Viele der Dialoge sind in einem Dialekt geschrieben und vom Wortschatz her verlangt einem das Buch einiges ab, da zum Teil ‘archaische’ Wörter verwendet werden (kein Wunder, das Buch wurde anfangs des 20. Jahrhundert geschrieben!). Wer aber einen guten Grundwortschatz hat, sollte mit dem Vokabular zumindest recht gut zurecht kommen.

Fazit

The Secret Garden wird dem Genre Kinderbuch zugeordnet, was seiner Interpretierbarkeit und Diskutierbarkeit aber keinen Abbruch tut, denn nebst der Geschichte dreier Kinder, die gemeinsam reifer werden, bricht das Buch auch andere Themenfelder an und bietet damit Raum zur näheren Betrachtung. Als Abschlusslektüre ist es nur eingeschränkt empfehlenswert, da es sprachlich relativ schwierig ist (aber durchaus im Rahmen der Fähigkeiten einer/eines eher guten Schüler/in liegt).

Andere Meinung?

Da dieser Blogpost in erster Linie anderen helfen soll, sind weitere Meinungen zu dem Buch oder diesem Kommentar sehr erwünscht. Bitte hinterlasse deinen Kommentar unter diesem Beitrag. Danke.

Like a Butterfly – Der ESC in Malmö 2013

Kaum zwei Wochen ist es her, dass Emmelie de Forest zur Siegerin des diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC)  in Malmö, Schweden gekrönt wurde und doch ist es schon wieder etwas leiser um den Musikwettbewerb, an dem sich die Länder Europas alljährlich miteinander messen, geworden. Der richtige Zeitpunkt, um euch hier die ‘wahren’ Gewinner des ESCs zu präsentieren.

Der Gewinner der Herzen

Im Sturm hat er mit seinem zuckersüssen Song und den dazu passenden Hintergrundsillustrationen mein Herz erobert: ByeAlex, der im ESC mit “Kedvesem” (was zu Deutsch soviel heisst wie “Schatz” oder “Liebling” – ein Schelm wer da Geldwäsche verstanden hat!) Ungarn vertreten durfte. Das schweizer und das deutsche Publikum gaben meinem Urteil Recht: Die Schweiz gönnte dem sympathischen Ungarn 10 Punkte, Deutschland vergab sogar das Punktemaximal von 12 Punkten an den Beitrag.

Die Gewinner des Sympathiebonus

Die armenische Pop-Rockband The Dorians begeisterte mich nicht nur mit ihrem Beitrag am ESC (“Lonely Planet”), sondern auch mit ihrem Album, welches man auf der Homepage der Band gratis downloaden kann. Eine sehr sympathische Truppe, die auch mit einem armenischen Lied zu begeistern wissen.

Die Gewinnerin der meisten Akkordwechsel

Ihr Lied hat gefühlte 100 Akkordwechsel und mutet trotzdem oder vielleicht gerade deswegen wunderschön an: Anouk mit dem Titel “Birds” (für die Niederlande). In ihrem Lied erzählt sie von Vögeln, die von den Dächern fallen – böse Stimmen behaupteten, dass das bei ihrem Gesang kein Wunder sei. Für mich persönlich aber eindeutig ein Highlight des Wettbewerbsabends – ruhig, ausdrucksstark und berührend. Toll!

Der Gewinner der Untoten

Nach der Kurzvorstellung des rumänischen Countertenors war ich sehr auf seine Perfomance – immerhin wurde dem Publikum so einiges versprochen. Doch was dann kam, übertraf alles – da stand Dracula auf der Bühne, lebendig und singend (über das Kreuz an der Kette sehen wir hier hinweg). Ein Auftritt für sich –  schaut und urteilt am besten selbst.

Die Gewinnerin für das beeindruckendste Tanzen

Nicht, weil tänzerisch so ausserordentlich hervorragend, sondern weil einfach nur beeindruckend, besonders in dem hautengen weissen Kleid verdient die norwegische Sängerin Margaret Berger diesen Titel. Chapeau. Nebst der Siegerin des Contests ist sie überdies momentan die einzige aller ESC-Teilnehmer, die in einem der vorderen Ränge der schweizer Charts landen konnte.

Die Gewinner des Ohrwurmpreises

Der ukrainische und belgische Titel müssen sich diese Platzierung teilen, da mir beide Songs ständig nachlaufen. Vielleicht hätte man der ukrainischen Sängerin auch einen Titel für die schönsten Armbewegungen oder dem belgischen Beitrag den Preis für die ulkigsten Backgroundtänzerinnen verleihen können.

Wer jetzt noch immer nicht genug vom ESC hat, kann sich alle Finalbeiträge in der Playlist auf YouTube reinziehen – viel Spass dabei!

Best Blog Award

Bild

Obwohl ich eine fürchterliche Bloggerin bin und es nicht einmal schaffe, alle 14 Tage zu posten (weil ich es mir nicht mehr in die Agenda eingeschrieben hatte…ich werde das in Zukunft wieder tun, dann klappt das hier auch!), hat die liebe Pik von Piks Observatorium mir einen Bloggeraward verliehen, den ich hiermit dankend annehme. Pik, ohne dich wäre Kreativum nur halb so lustig! =D

Der Best Blog Award, den ich übrigens in seinen zarten Rosatönen sehr hübsch und ansehnlich finde, darf nur an Blogs vergeben werden, die unter 200 Follower haben. Dies trifft (leider/glücklicherweise?) auch auf Kreativum zu, weshalb ich gerne die Aufgabe, einen Blogpost mit den dem Award zugehörigen Fragen und deren Antworten zu erstellen. Tadaa – hier sind meine Antworten auf die Fragen. (Ich habe mir indessen erlaubt, die Fragen insoweit zu verändern, dass sie eine für mich ansprechende grammatikalisch und stilistisch korrekte Form erhielten. Ach, Germanistinnen!)

1. Was magst du beim Kochen lieber: Nachtisch oder deftige Gerichte?

Deftige Gerichte. Erstens, weil es sich einfach gut anfühlt, seine Hauptmahlzeiten selbst herzustellen, zweitens, weil andere meistens besser sind, wenn es um Nachtische geht (Konfiseure, Chocolatiers, etc.) und drittens, weil ich Süsses lieber backe als koche. Und ja, ich unterscheide zwischen den beiden Begriffen. ;) Tolle Rezepte (für Herzhaftes und Süsses) findet man übrigens u.a. beim Koch-YouTuber Esslust, dessen Kanal und Videos ich wärmstens empfehlen kann! Bis jetzt hat alles, was ich nach seinen Videos nachgekocht oder gebacken habe, einwandfrei geklappt! Eines meiner Lieblingsrezepte? Der gebratene Fetakäse!

2. Was ist dir bei einer Person wichtiger: Persönlichkeit oder Erscheinungsbild?

Auf längerfristige Sicht (und nicht nur in der Partnerwahl) auf jeden Fall die Persönlichkeit – ich habe klare Vorstellungen davon, was einen mir sympathischen Menschen ausmacht (wie etwa Respekt gegenüber mir und anderen oder ein gesundes, nach aussen positiv wirkendes Selbstbewusstsein) und entspricht eine Person diesen “Persönlichkeitsanforderungen” nicht, kann sie noch so hübsch, gutaussehend oder attraktiv sein, ich werde sie nicht mögen. Pech gehabt. Aber klar bin auch ich lieber von hübschen, als von hässlichen Menschen umgeben – ein schlechter Charakter kann aber auch den hübschesten Menschen zu einem Scheusal machen.

3. Wann hast du deinen Blog gegründet?

Am Welttag des Buches, dem 23. April vor genau…ähm…zwei Jahren, also am 23. April 2011, richtig? Uää…ich schau lieber nochmals nach…doch! Stimmt. Juhui. Ich habs eben nicht so mit Jahreszahlen. Falls ihr noch mehr zur Bloggründung erfahren wollt, schaut einfach mal auf der “Darüber“-Seite vorbei. :)

4. Welche Person hat dich bisher inspiriert, in der Welt etwas Neues anzufangen?

Kann mir wer kurz erläutern, was mit “in der Welt etwas Neues” bedeuten soll? Ähm…was habe ich Neues in der Welt angefangen? (Oder sollte die Frage lauten: Welche Person in der Welt hat dich bisher inspiriert, etwas Neues anzufangen?) Ich bin noch recht jung und habe durchaus nicht den Eindruck, etwas weltbewegendes Neues getan oder entdeckt zu haben (wofür man einen Nobelpreis kriegen würde…).
J. K. Rowling hat mit ihren Harry-Potter-Büchern mich zu sehr viel in meinem Leben inspiriert. Genauso, wie andere in der Literatur tätige Personen wie bspw. William Shakespeare oder Michael Ende.
Meine Eltern, Freunde, Bekannte bereichern tagtäglich mein Leben und lassen mich die Welt neu sehen und mich anders handeln.
Aber wirklich beantworten kann ich diese Frage nicht (mangels Verständnis der Fragestellung).

5. Verfolgst du viele Blogs?

Laut Bloglovin’ ja – und während unifreier Zeit ist dies durchaus auch zutreffend, während der stressigen Unizeit lese ich meistens kaum andere Blogs (ich bin ja schon froh, wenn ich es schaffe, regelmässig zu posten…).

6. Kochst du lieber oder lässt du dich lieber bekochen?

Beides und dies unbedingt. Wie bereits gesagt, ist es sehr schön, zu wissen, wie sein eigenes Essen in der Küche entstanden ist – das krieg ich aber auch mit, wenn ich jemand anderem beim Kochen zusehe. ;)

7. Welches Buch liest du momentan?

Völlig uniunabhängig (Oh! Zungenbrecherwort…versuch es mindestens 20 Mal hintereinander korrekt auszusprechen!): Den Scheibenweltroman “Pyramids!” von Terry Pratchett. Aber ich lese generell immer mehrere Bücher parallel, weshalb diese Aussage nur teilweise so stimmt.

8. Welches Kleidungsstück hat bis jetzt am längsten in deinem Schrank überlebt?

Keine Ahnung und ich bin gerade zu faul, nachsehen zu gehen. ;) Möglicherweise eine Mütze oder Handschuhe. Da ich aber in keinster Weise Fashionbloggerin bin, erlaube ich mir, diese Frage mal so im Raum stehen zu lassen.

9. Was ist dein Lieblingsgericht?

Käse. Geschmolzen in Form von Fondue oder Raclette (=geschmolzener Raclettekäse, heisse Kartoffeln/Brot und vielleicht noch Silberzwiebeln und Essiggurken und sonst nichts! Ihr Deutschen esst merkwürdiges Raclette! XD) oder Mozzarella auf Teigboden (=Pizza) oder über Teigwaren usw. Kalt auf Brot, mit Gemüse, einfach so usw. Ja. Käse. Ich bin Schweizerin, ich darf das.

10. Welche Eigenschaften einer Person sind dir in einer Freundschaft besonders wichtig?

Ehrlichkeit, Respekt, Toleranz und Bodenständigkeit. Und 1000 andere Dinge: Harry-Potter-Affinität, Freundlichkeit, Humor, Intelligenz, bla bla bla. Zum Glück muss ich mich nicht auf eine Freundin oder einen Freund beschränken und somit schätze ich auch all die kleinen Imperfektionen in meinen Freunden, die sie zu dem machen, was sie sind: Individuen. =D

11. Was ist dein Lieblingsfilm?

Ach, ich bin keine Filmliebhaberin…aber ich mag Filme wie Chocolat oder Once oder Les Choristes oder Das Parfum…ich mag Filme mit guter Filmmusik und einer berührenden Handlung. Oder so. Fragt mich nicht nach meinen Lieblingsfilm! XD

Awardvergabe

Nun zum schwierigsten Teil dieses Blogposts – die Weitergabe des Awards an Blogs, die idealerweise nicht auch schon von Pik genannt wurden (und das ist wirklich schwer, da wir teilweise den gleichen “kleinen” Bloggern folgen). Leider kann ich nur ein Blog nominieren, da alle anderen Blogs, denen ich folge und die mir gefallen entweder über 200 Follower haben oder bereits von Pik genannt wurden. Schaut doch mal bei SelphiesCorner rein – da bloggen zwei nette junge Damen über Beauty-, Lifestyle- und Lebenskram. =D

Ein malerischer Gruss aus Belgien

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Post zu kriegen finde ich immer wahnsinnig toll. Ja, auch die Rechnungen, wobei die nicht gerade zu meinen Lieblingspostsendungen gehören. Zum Glück finden über Postcrossing immer mal wieder besonders tolle und erfreuliche Postkarten ihren Weg in meinen Briefkasten. Letztens befand sich eine aussergewöhnlich kreative Umsetzung einer “Postkarte” in meinem Briefkasten.

Lustigerweise dachte ich erst, dass die Rückseite der Postkarte (also dort, wo man normalerweise belanglose bis poetische Texte hinschreibt) das eigentliche Bild der Postkarte sei – vielleicht erging es euch ja gleich, als ihr das Bild zu diesem Blogpost gesehen habt. Ich habe die Postkarte kurz umgedreht, um zu sehen, woher die Karte kommt und was mir mitgeteilt wurde – und dann bemerkt, dass das, was ich zuerst fälschlicherweise als Bild missverstanden hatte, die eigentliche “Message” der Karte war. :) Schnurstracks drehte ich sie also wieder um und las mit Vergnügen die Informationen, die so wunderbar kreativ daherkamen. (Das eigentliche Postkartenmotiv war übrigens ein Penguin-Buch, wie ihr es auf der Postcrossing-Seite sehen könnt.)

Die Karte wurde von Laurence aus Brüssel gestaltet, die auf Flickr ein Tagebuch in Bildern führt – ein Besuch auf ihrer Flickr-Page lohnt sich auf jeden Fall. Loops!, wie sie sich dort nennt, scheint eine sehr fröhliche und positive Person zu sein, die in der Welt herumkommt – auf ihrem Blog findet man z.B. auch einen (bildhaften) Eintrag über ihren Aufenthalt in London (inkl. Platform 9 3/4).

Mit ihrem zeichnerischen Können hat Laurance ein Lächeln auf meine Lippen zaubern können und dafür möchte ich mich bedanken – und weil es so schön ist, lasse ich euch gerne an meiner Freude teilhaben. Denn dafür ist Postcrossing im Endeffekt nämlich (auch) da: um wildfremde Menschen, irgendwo auf der Welt, glücklich zu machen.

Coetzee, J. M.: Disgrace (Schande)

Vorwort: Früher oder später muss man sich als (Gymansiums-)Schüler fragen, welche Bücher man zur Matur/zum Abi lesen möchte. Nur – wie soll man wissen, ob man das Buch, welches man da auf die Liste schreibt, später auch einigermassen gerne lesen wird? Als Hilfestellung für alle Schüler, die vor solchen Fragen stehen und als Information für alle anderen Interessierten stelle ich in der Serie „Schullektüre XY“ verschiedene „Klassiker“ vor, welche öfters in der oder ‘für’ die Schule gelesen werden. Dabei werden auch fremdsprachige, dabei vor allem englischsprachige, Bücher besprochen.

disgraceDas Buch (meine Ausgabe)

Titel: Disgrace
Autor: J.M. Coetzee (*1940)
Verlag:  Vintage Books London (978 0 099 28952 4)
Seiten: 220 Seiten
Form: Prosa
Leseprobe (Englisch)

Kurze Inhaltsangabe

David Lurie, Professor an der Technical University of Cape Town, wird von seiner Lehrtätigkeit ausgeschlossen, nachdem sein Verhältnis zu einer Studentin aufgeflogen ist. Er reist daraufhin zu seiner lange vernachlässigten Tochter aufs Land und sucht bei ihr Unterschlupf. Erst erscheint ihm das Landleben als friedlich, doch als er und seine Tochter überfallen werden, ändert sich das schlagartig: Nicht nur, dass wichtige Gegenstände entwendet werden, sondern auch, dass er verletzt und seine Tochter vergewaltigt wird, geben der Geschichte einen Stoss in eine neue Richtung.

Themen

  • Sexualität, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Abtreibung
  • Rassenkonflikte und Besitzanspruch auf Land, Gewalt
  • Altern, Charakterveränderung, Persönlichkeitsentwicklung
  • Würde von Tieren, Unterscheidung Tier-Mensch
  • sozialer Status, Schande, Ehrlosigkeit, Identität

Wichtige Prätexte und Vorwissen

Um dieses Buch lesen zu können, muss man keine bestimmten Bücher vorher gelesen haben. Ein Wissen um die Konflikte zwischen Weiss und Schwarz in Südafrika (Regenbogennation, Apartheit) und über Südafrika im Allgemeinen ist auf jeden Fall hilfreich, meiner Meinung nach aber nicht zentral, um das Buch verstehen zu können. Wer sich grob informieren will, kann sich den Film Invictus anschauen – wie immer sind solche Filme natürlich mit Vorsicht zu geniessen, aber um einen ersten Eindruck zu erhalten – warum nicht.

Meine Meinung

Disgrace war nicht mein erster Coetzee und ich habe es auf Empfehlung eines Freundes gelesen, weshalb ich hohe Erwartungen an das Buch hatte. Mein erster Coetzee war Summertime und bei der Lektüre dieses Buches habe ich mich in den Schreibstil, oder vielleicht mehr in die Art und Weise wie Coetzee schreibt, verliebt. Vom Schreibstil wurde ich auch in Disgrace keineswegs enttäuscht. Ich finde, dass das Buch relativ einfach zu lesen ist von der Satzstruktur her und dadurch wird ein flüssiges Lesen ermöglicht. Die Dialoge sind auch für Nicht-Englischsprechende gut verständlich, da sie nicht in einem Dialekt oder Akzent gehalten sind. Von der Sprachschwierigkeit her würde ich das Buch als geeignet für eine Maturlektüre erachten. Das Vokabular wiederholt sich mit der Zeit und wenn man mal in der Geschichte drin ist, geschehen wenige unvorhersehbare Dinge, die einen verwirren könnten.

Was das Buch zu einem absoluten Abiturklassiker werden lassen könnte, ist die ThemenvielfaltWie oben ersichtlich ist, werden sehr viele Themen in dem Buch aufgegriffen, was ich persönlich als Schwäche des Buches sehe, weil viele der Themen nur oberflächlich ‘behandelt’ werden – was wiederum der Eignung als Schullektüre jedoch eher zuspricht, da die grosse Themenvielfalt zur Vertiefung einlädt. Im Besonderen tritt das Thema der Sexualität auf und dies auch in den verschiedensten Zugängen dazu: Anfangs handelt das Buch von Lehrer-Schüler-Abhängigkeitsverhältnissen, danach geht es um Vergewaltigung, um mit Heirat und Sexualität verbundenem Klassendenken usw.

Ein Tipp aus meiner Sicht wäre das Thema Ehre bzw. Schande (somit hätte man auch schon eine Erklärung des Titels), da es in dem Buch in mannigfaltiger Weise angesprochen wird: Der offensichtliche Ehrverlust in Bezug auf den Lehrerberuf, Ehre in Verbindung mit Landbesitz, Ehre einer Frau nach einer Vergewaltigung (ehrvoller Umgang mit diesem Erlebnis – Wie kann sie sich selbst gegenüber Ehre bewahren? Wie bewahrt sie gegenüber aussen das Gesicht? usw.), Ehre beim Sterben, Ehre von Tieren etc. Man könnte sich also als Oberthema “Ehre” wählen und sich dann spezialisieren und dann weitere passende Bücher dazu suchen.

Fazit

Das Buch bietet eine Vielzahl an diskutierbaren Themen, welche je nach persönlichem Interesse vertieft werden können. Als Schullektüre finde ich es recht gut geeignet – auf einer etwas literaturkritischeren Ebene weist das Buch meiner Meinung jedoch erhebliche Mängel auf, gerade in der Flachheit einiger Charaktere oder angeschnittener Themen. Trotzdem regt es zum Denken an und ist bestimmt ein guter Start für eine Betrachtung südafrikanischer Literatur.

Andere Meinung?

Da dieser Blogpost in erster Linie anderen helfen soll, sind weitere Meinungen zu dem Buch oder diesem Kommentar sehr erwünscht. Bitte hinterlasse deinen Kommentar unter diesem Beitrag. Danke.

Lüftner, Kai: Achtung, Milchpiraten

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BdB-logo-small2Auf der Seite von Blogg dein Buch hat mich das orange leuchtende Buch sofort angesprochen: Milchpiraten! – Das klang nach einer netten Kindergeschichte, die lustig, spannend und kurzweilig sein würde. Ausserdem fand ich es spannend, mal ein Kinderbuch “für Jungs” zu lesen. Ich ging also nicht mit vielen Erwartungen an das Buch heran, ausser, dass ich mich unterhalten fühlen würde und mir eine tolle Geschichte für Kinder vorgelegt würde.

Schön an dem Buch fand ich, dass es ziemlich liebevoll, aber nicht kitschig gestaltet ist: Es gibt einige Illustrationen (inklusive einer Karte der Insel Ping Pong und deren umliegende Eiländer) und die Geschichte wird abwechselnd von einem Erzähler (in dunkelbrauner Schrift) und einem der Milchpiraten im Tagebuch- oder Logbuch-Stil  (in oranger Schrift) erzählt. Sowieso ist das ganze Buch in orange und dunkelbraun gestaltet – was auf den ersten Blick etwas eintönig wirkt, aber durchaus seinen eigenen Reiz hat. Das hat mir sehr gut gefallen.

Der Unterhaltungswert des Buches war meiner Meinung nach weder hoch noch tief, sondern eher etwas dazwischen: Den Anfang der Geschichte emfpand ich als eher schleppend: Bis alle Milchpiraten ‘auf der Bühne’ waren, brauchte es viel Text und Zeit, in der die Handlung mehr oder weniger stehen blieb. Danach ging es aber los mit den ‘Abenteuern’ der Milchpiraten, sprich: Der misslungenen Gartenparty und deren Schrecken (verlorene Schlüssel, gebrochene Treppengeländer, Omas).

Was mir jedoch überhaupt nicht gut gefallen hat, ist, dass die Sprache manchmal etwas sehr stark umgangssprachlich und mündlich ist. Einerseits kommt das einem Kind bestimmt entgegen (weil einfacher zu verstehen?), andererseits bin ich kein Anhänger von extra vereinfachter und inkorrekter “ans Kind gerichteter Sprache”, da diese ‘falschen Schreibweisen’ (z.B. nich anstelle von nicht oder hatta anstelle von hat er) dem Kind in seinem Spracherwerb nicht umbedingt helfen.

Klar, man könnte sagen, dass das Buch so authentischer ist (wenn z.B. die Einträge des Milchpiraten solche Fehler aufweisen), aber ich glaube, das Problem der Authenzität ist eins von Erwachsenen, nicht von Kindern und darum finde ich, dass man diese ‘angepassten’ Schreibweisen hätte weglassen sollen. Im Allgemeinen hatte ich beim Lesen den Eindruck, nicht ganz verstanden zu haben, wer die Zielgruppe des Buches ist: Für kleine Kinder ist das Buch zu ‘vulgär’ (Prügeleien [wenn auch harmlose] oder Fluchwörter), für grössere Kinder ist das Buch zu kindisch – darum könnte ich das Buch keiner bestimmten Altersgruppe zuordnen. Nichtsdestotrotz wird es bestimmt Kinder geben, die dieses Buch lieben. :)

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir das Buch mittelmässig gut gefallen hat – es hat auf jeden Fall seine Vorzüge, aber auch seine Nachteile und letztere haben für mich zeitweise etwas überwogen. Trotzdem kann ich mir vorstellen, dass das Buch bei Kindern sehr gut ankommen könnte, weil es relativ ‘interaktiv’ ist (durch die Logbucheinträge eines der Milchpiraten und Illustrationen).

Fakten
Voller Titel: Achtung, Milchpiraten
Autor: Kai Lüftner
Verlag: Bloomsbury Kinderbücher & Jugendbücher (Homepage)
Jahr: 2012 (2. Auflage)
ISBN: 978 3 8270 5516 3
Genre: Kinderbuch
Illustriert von Judith Drews.
Das Buch könnt ihr hier direkt beim Verlag bestellen.
Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Bloomsbury Verlag und BloggdeinBuch zur Rezension zur Verfügung gestellt.
Ich gebe dem Buch 3 von 5 Sternen.